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Jungschützen im Kreisschützenbund Arnsberg

Um die Tradition der Schützenvereine, -bruderschaften und –gemeinschaften aufrecht und am Leben zu erhalten, bedarf es des Nachwuchses. Früher war es üblich, dass jeder junge Mann nach Erreichen des Eintrittsalters, Mitglied in dem jeweiligen Schützenverein wurde. In der heutigen Zeit ist dies selbst schon in den kleinen Dörfern in unserem Kreisschützenbund nicht mehr selbstverständlich.

Durch ein reichhaltiges Freizeitangebot, das auf die Jugendlichen wartet, versucht jeder Verein einer Stadt oder eines Dorfes, die Jugendlichen für sich zu gewinnen. Es gibt schon lange nicht mehr nur den Sport-, Musik- und den Schützenverein, in dem die Jugendlichen aktiv ihre Freizeit gestalten können. Vielseitige, multimediale, manchmal kurzlebige Angebote, weiträumig gestreut und Mobilität voraussetzend, fordern und locken die Jugendlichen aus ihrem angestammten Lebens- und Erlebensraum heraus.

Warum sollten Sie dann den wahrscheinlich ältesten Verein der Gemeine unterstützen, der vermutlich auch noch die verstaubtesten Traditionen hat! – Spätestens hier sollten bei allen Schützenbrüdern und -schwestern die Alarmglocken klingeln.

Die Idee ist, den Jugendlichen die Traditionen, Pflichten und Rechte der Schützen nahe zu bringen. Die Jugendlichen müssen mit eingebunden werden. Wie könnte so etwas besser geschehen als durch eine Jugendabteilung. Die sogenannten „Jungschützen“ sichern auf diese Weise den Erhalt des Vereins und die Fortführung der Traditionen.

Schon früh haben dies einige Schützenvereine erkannt. Die Jungschützenkompanie der Schützenbruderschaft unter dem Schutz des Heiligen Geistes Hüsten kann auf ein über 25jähriges Bestehen zurückblicken. Der Kreisschützenbund Arnsberg machte es sich 1998 zur Aufgabe, einen Vertreter aus den Jugendlichen zu wählen, der die Belange der Jungschützen im Kreisvorstand vertritt: den Kreisjugendsprecher.

Seine Aufgabe ist es, anstehende Fragen über Jungschützenarbeit zu klären, den Kontakt untereinander zu ermöglichen und zu stärken sowie als Bindeglied zwischen den einzelnen Vorständen der Jungschützenkompanien und –abteilungen zu wirken. 1999 wurde zudem auf dem Kreisschützenfest der erste Kreisjungschützenkönig ermittelt. Damit waren zwei gute Zugpferde im Gespann.

Die einzelnen Jugendabteilungen und Jungschützenkompanien sind Gruppierungen innerhalb der Schützenbruderschaften. Vorstandsmitglieder stehen den Jungschützen in der Regel beratend zur Seite. Die Jungschützen stehen zu den Idealen der Schützen „Glaube, Sitte, Heimat“ und versuchen, diese auch zu leben. Innerhalb der Gemeinschaft der Schützen haben sie sich einen eigenen Platz gesichert.

In der Regel haben die einzelnen Jungschützenkompanien ihren eigenen Vorstand, an dessen Spitze der Kompanieführer steht. Das Auftreten in Uniform ist sehr unterschiedlich. Zumeist besteht die Bekleidung aus einer dunklen Hose, einem weißen Hemd, teilweise Krawatten und dem Tragen des Schützenhutes oder der Schützenmütze. Einige Jungschützen haben eigene Uniformjacken. Damit diese Uniform und die Finanzierung kein Hindernis für die Jugendlichen sein sollten, Mitglied in einer Jungschützenabteilung zu werden, bieten die meisten Jugendabteilungen und Vereine Unterstützungen an.

Um die Position innerhalb der Schützengemeinschaft deutlich und sichtbar zu machen, haben viele Jungschützenkompanien eigene Fahnen oder Standarten. Hinter diesen können sie sich geschlossen in den Umzügen beim Schützenfest präsentieren. Diese Fahnen symbolisieren zugleich den Zusammenhalt und die enge Verbindung zu den traditionellen Wurzeln des Schützenwesens.

Die Spitze einer jeden Jungendabteilung ist „seine Majestät“. Das Erringen der Jungschützen-Königswürde ist bei vielen Vereinen in das alljährliche Schützenfest eingebunden. Bei vielen Bruderschaften und Vereinen wird dieses Schießen auch als „Geckschießen“ durchgeführt. Manche Jungschützenkompanien machen allerdings ihr eigenes kleines Fest, um ihren König zu ermitteln. Die Königswürde ist bei den meisten Kompanien mit keinem finanziellen Aufwand verbunden.

Die Jungschützenkompanien und Jugendabteilungen nehmen an allen kirchlichen und offiziellen Terminen des Vereins teil. Oftmals sind sie darüber hinaus auch als Untergruppierung selber aktiv im jeweiligen Vereins- und Ortsring. Jede Abteilung erledigt des weiteren individuelle Jungschützentätigkeiten. Diese gehen von der „Aktion Saubere Landschaft“ und „Papieraktionen“ bis hin zu vielfältigem sozialen Engagement. Funktionen innerhalb des Schützenvereins werden ebenfalls von den Jungschützen ausgeübt. Häufig ist dies zum Beispiel die Organisation des Kinderschützenfestes.

Natürlich stehen auch viele gemeinschaftliche Veranstaltungen innerhalb eines Jahres auf dem Programm der Jungschützen: Ein Vergleichsschießen auf dem Schießstand der Schützenbruderschaft, Tagesfahrten, Wanderungen, Besichtigungen und vieles mehr.

Häufig sind diese Veranstaltungen gekoppelt mit einem Treffen der Jungschützen aus dem Nachbarort. Dies hat den Kreisschützenbund dazu bewogen, alle Jungschützenkompanien und Jugendabteilungen des Kreisschützenbundes zusammenzuführen. Auf dem Kreisjungschützentag im Herbst jeden Jahres treffen sich die Gruppierungen, um miteinander feierlich die Schützenfestsaison ausklingen zu lassen. Bei jedem Kreisjungschützen-Wettkampf, dem sogenannten „Battle-Cup“, können die unterschiedlichen Jugendabteilungen auf sportliche und unterhaltende Weise den Wanderpokal der Kreisschützenjugend gewinnen. Dies geschieht zum Beispiel bei „Highland-Games“ durch Mistforken-Zielwerfen, Tauziehen, Baumstammwerfen und vieles mehr. Das gemeinsame Erlebnis schafft so unter den Jugendlichen bereits Bindungen und Kontakte, die im weiteren Schützenleben aufrecht erhalten werden. Die verschiedenen Veranstaltungen finden immer an unterschiedlichen Orten statt, so dass alle Jungschützenkompanie in die Organisation eingebunden ist.

Auf der Kreisjungschützenversammlung im November treffen sich die Vorstandsmitglieder der Jugendabteilungen, teilweise die Verbindungsoffiziere der einzelnen Vorstände, der Kreisjungschützenkönig, der Kreisjugendsprecher und Mitglieder des Kreisvorstandes, um über Probleme zu diskutieren, Termine abzusprechen und die weitere Kreisjugendsarbeit zu beraten. Gerade die Terminabsprache trägt dazu bei, dass sich die Jungschützen untereinander zu ihren einzelnen Veranstaltungen besuchen und kennen lernen.

Es werden Seminare über Jugendarbeit und die damit verbundenen Rechte und Pflichten organisiert und Fahrten angeboten. Ein Kreisjungschützenwappen, als Symbol des Miteinanders, wurde in einem solchen Seminar entwickelt. Von vielen Jungschützen und Schützenbrüdern im Kreisschützenbund Arnsberg wird dies gern getragen.

Die Kreisjugendsprecher treffen sich mindestens zweimal jährlich auf einer vom Jugendsprecher des Sauerländer Schützenbundes organisierten Versammlung. Hier wird über die einzelnen Veranstaltungen der Kreisbünde, aber auch über Schwierigkeiten in der Jugendarbeit diskutiert. Auch gemeinsame Planungen im Sauerländer Schützenbund, wie zum Beispiel der Bundesjungschützentag, werden hier besprochen.

Der Kreisschützenbund Arnsberg befindet sich immer noch am Anfang der Kreisjugendarbeit. Einige Hürden bereits gemeinsam gemeistert werden. Aber es waren nicht alle veranstalteten Treffen und Geselligkeiten ein Erfolg. Auch Enttäuschungen gehören zu einer erfolgreichen Jugendarbeit. Sie stärken die Gemeinschaft derjenigen, die den Blick nach vorne gerichtet haben und es auf jeden Fall besser machen wollen. Gerade deshalb ist es erfreulich, dass immer mehr Schützenvereine und –gemeinschaften mit ihren Jugendlichen an den Veranstaltungen der Kreisschützenjugend teilnehmen. Der eingeschlagene Weg des Kreisschützenbundes Arnsberg ist zukunftsorientiert und richtig.


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Kreisjugendsprecher
Manuel Pott


Wappen - Jungschützen
 

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